Forum: Handwerk denkt in Generationen
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Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH)
Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH)

BERLIN Das deutsche Handwerk hat sich in Berlin zu einer nachhaltig ausgerichteten Wirtschaft bekannt. Das ZDH-Forum „Wir denken in Generationen“ stellte das Potenzial der mehr als eine Million Handwerksbetriebe für die nachhaltige Entwicklung Deutschlands in den Mittelpunkt.

Im Dialog mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze, dem NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Vorsitzenden Armin Laschet, der Grünen-Vorsitzenden Annalena Baerbock sowie mit Vertretern aus Gesellschaft, Wissenschaft und Praxis ging es um die Frage, wie das Handwerk sein Erfahrungswissen in die Nachhaltigkeitspolitik der kommenden Jahre einbringen kann. Insbesondere mit Blick auf die Bundestagswahl wurde zudem diskutiert, was hier von der Politik erwartet wird.

„Nachhaltigkeit heißt für uns: Verantwortung und Verbundenheit. Und es heißt auch: Wirtschaftliche Chancen in einer nachhaltigen Entwicklung sehen – für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung“, betonte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Nachhaltigkeit könne aber nur dann zu einer wirtschaftlichen Chance für das Handwerk werden, wenn die Politik mittelstandsfreundliche Rahmenbedingungen setze. Das sei Voraussetzung dafür, dass die rund eine Million Handwerksbetriebe in Deutschland ihr Potenzial bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele voll ausschöpfen könnten.

„Ihre Branche ist ein zentraler Treiber für Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, lobte Schulze. Auch Laschet sieht das Handwerk als Stütze der deutschen Wirtschaft und unverzichtbaren Partner für ein zukunftssicheres, wettbewerbsfähiges und nachhaltiges Deutschland. Und Annalea Baerbock unterstrich, das Handwerk schaffe Arbeitsplätze und Wohlstand und lege den Grundstein für die ökologische Transformation.

Wollseifer ergänzte, dass nachhaltiges, generationenübergreifendes Denken und Handeln auch in den Bereichen Fachkräfteausbildung, Beschäftigung und Existenzgründung, der sozialen Sicherung, beim Ressourcenschutz und der Ausrichtung von Produktionsbereichen sowie beim Erhalt von Kulturgütern und Versorgungsstrukturen gelebte Realität sei. Der Handwerkspräsident appellierte an die Politik, dieses Erfahrungspotential stärker zu nutzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 11/2021; ZDH
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