Frankreich: Corona bremst den Fleischkonsum
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Der Konsum von Entenfleisch ging in Frankreich 2020 deutlich zurück
Der Konsum von Entenfleisch ging in Frankreich 2020 deutlich zurück

PARIS Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie haben bei allen Fleischarten zu einem sinkenden Verbrauch geführt. Der Absatz im Einzelhandel legte dagegen zu.

In Frankreich ist der Fleischverzehr im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen. Wie der Statistische Dienst beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) und die Agrarbehörde FranceAgriMer berichteten, wurden 2020 bezogen auf das Schlachtgewicht (SG) der Tiere insgesamt rund 5,78 Mio. t Fleisch für den inländischen Konsum verwendet; gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 1,5 Prozent. Pro Kopf wurden damit im Mittel 84,5 Kilogramm Fleisch verbraucht, 2019 waren es noch 86,0 Kilo gewesen.

Dabei war nicht nur Rotfleisch weniger gefragt, auch der Bedarf an Geflügelfleisch ging etwas zurück. Den Behördenangaben zufolge wurden rund 3,88 Mio. t Rotfleisch konsumiert und damit 2,1 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Insbesondere Rindfleisch landete weniger auf den Tellern; mit 1,54 Mio. t lag der Verbrauch um 2,9 Prozent unter dem von 2019. An Schweinefleisch wurden 2,14 Mio. t nachgefragt; das entsprach einem Minus von lediglich 0,9 Prozent. Deutlich kräftiger fiel der Rückgang mit 5,1 Prozent beim Schaffleisch aus, das allerdings mit einem Konsum von insgesamt 164.000 t eine nur untergeordnete Rolle spielt. Regelrecht eingebrochen ist laut den Behörden der - wirtschaftlich allerdings noch unbedeutendere - Verzehr von Pferdefleisch, und zwar um 21,3 Prozent auf 8.000 t.

Schwächer als beim Rotfleisch fiel der Rückgang beim Geflügel aus. Im vergangenen Jahr wurden den Behörden zufolge rund 1,90 Mio. t Geflügelfleisch für die menschliche Ernährung verbraucht; das entsprach einem Minus von 0,3 Prozent. Laut Agreste und FranceAgriMer haben die Einschränkungen der Gastronomie im Zuge der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie die Nachfrage nach Geflügelfleisch erstmals seit 20 Jahren ausgebremst. Vor allem der Konsum von Entenfleisch ging deutlich zurück; mit 199.000 t lag der Verzehr um 14,0 Prozent unter dem von 2019. Die Nachfrage nach Hühnerfleisch stieg derweil um 1,5 Prozent auf 1,38 Mio. t. Auch Putenfleisch war gefragter, mit 294.000 t lag der Verbrauch um 1,8 Prozent höher als noch 2019.

Preise im Einzelhandel steigen

Deutliche Spuren hat die Pandemie auch im Einkaufsverhalten der Bevölkerung hinterlassen. Der Absatz vom Frischfleisch und Fleischwaren im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) stieg deutlich an. Laut den Behörden wurden im vergangenen Jahr über den LEH rund 1,54 Mio. t Rotfleisch an die französischen Haushalte abgesetzt; das entsprach einem Plus von 6,4 Prozent. Bezahlt wurde für das Kilogramm im Durchschnitt 11,4 Euro; das waren 3,1 Prozent mehr als noch 2019. Gefragt für die Zubereitung in der eigenen Küche war vor allem Rindfleisch, von dem 377.000 t und damit 8,9 Prozent mehr veräußert wurde. Auch Schweinefleisch kauften die privaten Haushalte spürbar mehr; der Absatz legte um 5,9 Prozent auf 997.000 t zu.

Noch stärker als beim Rotfleisch fielen die Zugewinne beim Geflügel aus. Den Behördenangaben zufolge wurden 2020 rund 641.000 t Geflügelfleisch in frischer, konservierter oder verarbeiteter Form an die Haushalte verkauft; damit wurde die Vorjahresmenge um 9,1 Prozent übertroffen. Spitzenreiter war wenig überraschend das Hühnerfleisch, von dem 384.000 t und damit 11,7 Prozent mehr abgesetzt wurden. Im Schnitt wechselte davon ein Kilogramm für 7,4 Euro den Besitzer; das waren aber nur 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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