Handel mit Rindfleisch: Down Under liefert we...
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Nach der Dürre brechen die Rindfleischexporte Australiens spürbar ein.
Nach der Dürre brechen die Rindfleischexporte Australiens spürbar ein.

CANBERRA In Australien fehlen nach den Dürrejahren die Schlachtrinder und das bekommen nun auch die Rindfleischexporteure deutlich zu spüren.

Laut Daten des Branchenverbandes Meat and Livestock Australia (MLA) sind die globalen Ausfuhren im März auf den tiefsten Stand seit zehn Jahren für diesen Berichtsmonat gesunken. Im ersten Quartal 2021 war im Vergleich zur Vorjahresperiode ein Rückgang der Rindfleischausfuhren um 66.200 t oder 25 Prozent auf knapp 200.000 t Frachtgewicht zu verzeichnen. Dabei nahmen die Lieferungen an alle größeren Empfängerländer mehr oder weniger stark ab. Wichtigster Kunde blieb Japan mit 50.500 t; das war allerdings gut ein Viertel weniger als in den ersten drei Monaten 2020.

Die verlorenen Marktanteile gingen Analysten zufolge vor allem an amerikanische Anbieter, allen voran JBS. Die Lieferungen nach China sanken im Vorjahresvergleich um rund 20.000 t oder 36 Prozent auf 35.770 t. Neben dem eingeschränkten Exportangebot spielten hierfür aus australischer Sicht auch handelspolitische Gründe eine Rolle, denn die Volksrepublik hat aufgrund der Spannungen zwischen beiden Ländern für mehrere große Exporteure in Australien eine Einfuhrsperre verhängt.

Auf ein historisch niedriges Niveau eingebrochen sind im ersten Quartal dieses Jahres die Verkäufe in die Vereinigten Staaten von Amerika, die laut MLA gegenüber der Vorjahresperiode um 44 Prozent auf 29.520 t zurückgingen. Mitverantwortlich dafür sei, wie auch bei anderen Kunden, das im Vergleich zu anderen Wettbewerbern teure Fleisch aus Australien, erläuterten die Marktexperten. Die Preise für Zucht- und Schlachtrinder „Down Under“ sind bereits im vergangenen Jahr kräftig gestiegen und lagen zuletzt auf Rekordniveau.

Stabil präsentierte sich der Absatz im Berichtszeitraum nur in Südkorea; die dorthin verkaufte Menge lag mit 36.710 t in etwa auf dem Vorjahresniveau. Dagegen waren die Rindfleischlieferungen nach Indonesien gegenüber dem Vorjahresquartal um 19 Prozent auf 11.770 t rückläufig; die Ausfuhren in die Europäische Union sanken um 27 Prozent auf 2.090 t. Betroffen von der Angebotsknappheit und den hohen Preisen ist auch der australische Lebendexport von Rindern, der sich im Vergleich zum ersten Quartal 2020 auf nur noch 134.630 Tiere halbiert hat.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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