Hochwasser-Hilfe: Metzger packen's an
IMAGO / Reichwein
Besonders in Rheinland-Pfalz, entlang der Ahr, hat das Hochwasser extrem gewütet.
Besonders in Rheinland-Pfalz, entlang der Ahr, hat das Hochwasser extrem gewütet.

FRANKFURT Eine Woche nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands laufen die Aufräumarbeiten auf vollen Touren: Dort, wo das Wasser sich unheilvoll seinen Weg durch die Ortschaften bahnte, wird nun gepumpt, geschippt und entrümpelt.

Der Umfang des finanziellen Schadens ist noch nicht annähernd zu beziffern. Die Versicherungswirtschaft rechnet schon jetzt mit versicherten Schäden in Höhe von fünf Milliarden Euro. Dabei dürfte nicht jeder Privatmann und/oder Unternehmer gegen die Gewalt der Fluten versichert gewesen sein. Elementarschäden sind nicht ohne weiteres in jedem Vertrag berücksichtigt – und zudem manchmal richtig teuer.
 
In dieser schweren Zeit für die Regionen entlang der Ahr, für Hagen und für die weiteren vom Hochwasser betroffenen Gebiete steht die Fleischerfamilie zusammen. Zahlreiche Hilfsaktionen unter Kollegen, von den Verbänden, aber auch von Unternehmen sind für die Hochwasseropfer bereits angelaufen. Die Fleischerei Müller aus Crinitz beispielsweise schickte 200 Bockwürste mit einem Hilfstransporter in das rheinland-pfälzische Dernau an der Ahr. Die Fleischerei Grämmel aus Detmold stellte für die Spendenaktion einer regionalen Spedition Bratwürstchen als Dank für die Spender zur Verfügung.

Die Dorfgemeinschaften von Rotenbach und Schrezheim (Landkreis Ellwangen) starteten eine Hilfsaktion für die Flutopfer in Nordrhein-Westfalen, die eine überwältigende Resonanz gefunden hat. Die Metzgerei Bernd Klozbücher im wenige Kilometer entfernten Eggenrot spendete 300 Dosen Wurst und das Vesper für die Helferschar, unter anderem Schnitzel und Leberkäse.

Harald Hohl aus Obersulm-Affaltrach rief nach der Hochwasser-Katastrophe sofort in Ahrweiler an, um sich zu erkundigen, welche Hilfsgüter gebraucht wird. Dort verwies man ihn an die am Nürburgring eingerichtete Einsatzzentrale und Sammelstelle, wo Versorgungs- und Hilfstrupps koordiniert werden. Kurz vor Beginn seiner Betriebsferien will der Fleischermeister den dort stationierten Helfern rund 300 kg vakuumierte Aufschnittware vorbeibringen. „Denn auch die, die helfen, müssen ordentlich verpflegt werden“, findet Hohl.

Für den groß angelegten Spendenaufruf des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) hat auch der Fleischerverband Nordrhein-Westfalen eine stattliche vierstellige Summe beigesteuert. Die Gelder wurden an das Hilfswerk „Stiftung des Fleischerhandwerks“ überwiesen, einen gemeinsamen Fonds der Landesinnungsverbände und des Deutschen Fleischer-Verbands. Die Gelder kommen unmittelbar den durch das Hochwasser massiv betroffenen Fleischereien zugute. Ferner seien auf dem eigens vom Landesinnungsverband NRW kurzfristig eingerichteten Spendenkonto ebenfalls größere Spendenbeträge eingegangen, berichtet der LIV.
Die Maschinenfabrik Seydelmann KG mit Sitz in Stuttgart möchte Metzger aus den Hochwassergebieten ebenfalls tatkräftig unterstützen, damit sie mit ihren Betrieben schnell wieder produktionsfähig werden. Betroffenen Unternehmen, deren Maschinen - gleich welches Fabrikat - Wasserschäden erlitten haben, die die weitere Produktion nicht möglich machen, stellt das Unternehmen zur Überbrückung Leihmaschinen zur Verfügung. „Damit Ihre Wurstküche wieder laufen kann und Sie für die Leute aus Ihrer Region die dringend benötigten Lebensmittel herstellen können“, erläutert Seydelmann seine Motivation. Kontakt: sales@seydelmann.com oder Tel. 0711 4900 900.

Auch die Berufsgenossenschaft bietet ihre Hilfe an. Schließlich seien ihre Aufsichtspersonen Experten. Auf Wunsch berieten sie die Unternehmer in den betroffenen Gebieten zu Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Wiederaufbau oder bei erforderlichen Sanierungen und leisteten gern weitere Hilfestellungen, unterstreicht die BGN. Für Unternehmen, die vom Hochwasser betroffen sind und Fragen zu ihren Beiträgen haben, hat die BGN eine Hotline unter Tel. 0621 4456-1581 eingerichtet. Sicherheitstechnische und arbeitsmedizinische Beratung speziell zu Fragen des Wiederaufbaus oder der Sanierung gibt es unter der Hotline Tel. 0621 4456-3517.
Spendenaufruf des Deutschen Fleischer-Verbands
Spendenkonto:
Hilfswerk „Stiftung des Fleischerhandwerks“
IBAN: DE77 5008 0000 0198 0257 00
BIC: DRESDEFFXXX
Sachspenden:
Angebote von Hilfsgütern mit genauer Bezeichnung, Größe, Menge, Gebrauchszustand, Anlieferungsmöglichkeiten und ggf. Preis an:
Deutscher Fleischer-Verband, Kennedyallee 53, 60596 Frankfurt
info@fleischerhandwerk.de
oder Fax: 069-63302-150

Quelle: fleischwirtschaft.de, Seydelmann; BGN; LIV NRW
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