Hochwasser-Hilfe: Unterstützung, die ankommt
LIV
Das Team der Landmetzgerei Kramer hat sein Trinkgeld gespendet. Geschäftsführer Lars Bubnick (rechts) vom Fleischerverband Bayern nahm das Geld stellvertretend entgegen, es fließt auf das Spendenkonto des DFV.
Das Team der Landmetzgerei Kramer hat sein Trinkgeld gespendet. Geschäftsführer Lars Bubnick (rechts) vom Fleischerverband Bayern nahm das Geld stellvertretend entgegen, es fließt auf das Spendenkonto des DFV.

FRANKFURT Das Fleischerhandwerk zeigt sich solidarisch mit den Flutopfern und stellt unzählige Hilfsaktionen auf die Beine.

Nach der Hochwasserkatastrophe, die vor allem Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen betroffen hat, ist die Hilfs- und Spendenbereitschaft des Fleischerhandwerks beeindruckend. Die Vielzahl an Aktionen, die Verbände und Fachgeschäft gestartet haben, um Hilfe, Hilfsgüter und finanzielle Mittel zu organisieren, macht es unmöglich, ein umfassendes Bild zu zeichnen. Dennoch möchten wir einige davon beispielhaft nennen.

So war es der Fleischerverband Hessen, der gleich wenige Tage nach den verheerenden Fluten beschloss, den Überschuss aus der letzten Jahresrechnung dieses Mal nicht den Rückstellungen zuzuschlagen, sondern den betroffenen Kollegen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen als Startkapital für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen: 5.000 Euro zahlte der LIV auf das Spendenkonto des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) ein. „Uns war es wichtig, ad hoc unsere Solidarität mit den Kollegen zu zeigen“, begründet Landesinnungsmeister Eckhart Neun das beherzte Handeln seines Vorstands. 

In der Landmetzgerei Kramer im oberbayerischen Bichl fassten sich die Mitarbeiter ein Herz und spendeten ihr Trinkgeld für die Hochwasserhilfe. Der Chef stockte noch auf, und so gingen 1.000 Euro auf das Spendenkonto des DFV. Die Metzgerei Dehm aus Oettingen in Bayern verzichtet in diesem Jahr auf den Kauf von Weihnachtspräsenten und spendet stattdessen: Vom Betrieb aufgerundet fließen weitere 4.000 Euro an die vom Hochwasser betroffenen Fleischer. 

„Die Kolleginnen und Kollegen, die mit ihrem Betrieb von der Hochwasserkatastrophe getroffen wurden, brauchen schnelle Unterstützung“, erkannte Obermeister Thomas Wellhäuser von der Innung Ravensburg. Weil rasche finanzielle Hilfe wichtig sei, um kostspielige Sofortmaßnahmen zu ermöglichen und Umsatzausfälle zumindest teilweise auszugleichen, spendete die Innung 1.000 Euro an das Hilfswerk „Stiftung des Fleischerhandwerks“. Für die Ravensburger Kollegen sei es selbstverständlich, sich mit den Geschädigten auf diesem Weg solidarisch zu zeigen, so Wellhäuser. Nach einstimmigem Vorstandsbeschluss überwies auch die Innung Rems-Murr 1.000 Euro an das Hilfswerk.

Die schockierenden Bilder aus den Hochwasser-Gebieten brachten Metzgermeister Andreas Baumeister aus Datteln ins Grübeln. Weil seine heiße Fleischwurst bei den Kunden ohnehin hoch im Kurs steht, verkaufte er innerhalb von zweieinhalb Stunden 300 Stück davon. Beim anschließenden Kassensturz kam Baumeister auf 2.320 Euro – das sind etwa 7,73 Euro pro Wurst. „Insgesamt wurden 700 Euro zusätzlich zum Wurstverkauf gespendet“, erklärt der Dattelner, der den Gesamtbetrag an die Aktion „Deutschland hilft“ weitergibt. 
Spendenaufruf des Deutschen Fleischer-Verbands
Spendenkonto:
Hilfswerk „Stiftung des Fleischerhandwerks“
IBAN: DE77 5008 0000 0198 0257 00
BIC: DRESDEFFXXX
Sachspenden:
Angebote von Hilfsgütern mit genauer Bezeichnung, Größe, Menge, Gebrauchszustand, Anlieferungsmöglichkeiten und ggf. Preis an:
Deutscher Fleischer-Verband, Kennedyallee 53, 60596 Frankfurt
info@fleischerhandwerk.de
oder Fax: 069-63302-150
Einem Hilferuf aus Ahrbrück folgend sammelte die Innung Mosel-Eifel-Hunsrück (MEHR) eine Woche lang Fleischwaren und Wurst von den Kollegen: Fast 1.000 Würstchen und 250 Kilo weitere Produkte kamen dabei zusammen. Mit Hilfe von drei Transporten wurde die Verpflegung dann nach Ahrbrück, Dernau und Euskirchen gebracht, wo sie an Anwohner, Helfer und Einsatzkräfte verteilt wurde. Für Geschäftsführer Dirk Kleis von der Kreishandwerkerschaft Mosel-Eifel-Hunsrück-Region macht diese spontane Aktion deutlich, „welchen Wert das Netzwerk einer Handwerksinnung hat“.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 31/2021
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Hochwasser DFV
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