Lebensmittelexporte: Die Aussichten in der Br...
IMAGO / tagesspiegel
Produktion von Wienern in der Eberswalder Wurst GmbH in Britz bei Eberswalde in Brandenburg.
Produktion von Wienern in der Eberswalder Wurst GmbH in Britz bei Eberswalde in Brandenburg.

BERLIN AFC Management Consulting befragte die Unternehmen im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie.

Nach einem coronabedingten Einbruch im Jahr 2020 hellt sich die Stimmung der exportierenden Ernährungsindustrie im Jahr 2021 wieder auf. Auch für das Exportgeschäft stehen die Zeichen gut. Das ergab eine von der AFC Management Consulting durchgeführte Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Danach legte die Einschätzung der Geschäftslage im Lebensmittelexport über alle Branchen deutlich zu. Das Vorkrisenniveau aus dem Jahr 2019 wird jedoch weiterhin verfehlt. Gefragt wurde in der Umfrage auch nach den wichtigsten Absatzmärkten der Branche. Die Erwartungen an die EU- und Drittlandsmärkte fielen dabei überwiegend positiv aus. Im europäischen Binnenmarkt verspricht sich die Branche insbesondere vom Export in die Niederlande und Italien Wachstum, dicht gefolgt von Polen und Frankreich. Bei den Drittländern liegen die USA und Vietnam an der Spitze, vor der Ukraine und Russland. Rückläufige Erwartungen wurden lediglich für das Vereinigte Königreich angegeben.

Expansion in neue Märkte schwierig

Wie außerdem aus der Umfrage hervorgeht, konnten 60 Prozent und damit die Mehrzahl der Unternehmen seit dem vergangenen Jahr keine neuen Märkte erschließen; bei 20 Prozent nahm die Anzahl der Absatzmärkte im Ausland sogar ab. Auch der Blick in die Zukunft fällt weiterhin verhalten aus: Die knappe Mehrzahl der Unternehmen plant auf Basis der heutigen Weltwirtschaftslage in den nächsten zwölf Monaten keine neuen Märkte zu erschließen. Gründe dafür sind laut den befragten Firmen neben Unsicherheiten als Folge der Corona-Pandemie Handelshemmnisse aufgrund politischer und wirtschaftlicher Krisen sowie bürokratische Hürden. Zudem sei eine steigende Tendenz bei den Kosten für Transport und Logistik sowie Energie- und Treibstoffen zu beobachten.

Faire Bedingungen für den Welthandel

Vor diesem Hintergrund fordert die BVE-Geschäftsführerin Stefanie Sabet politische Anstrengungen für eine Wiederbelebung des internationalen Handels. Dazu muss nach ihrer Auffassung der Abschluss von Handelsabkommen mit strategisch wichtigen Märkten rasch vorangebracht werden; entscheidend sei aber auch das Ausräumen von Transport- und Logistikhemmnissen. In den bestehenden Handelsstreitigkeiten zwischen der EU und den USA brauche es nach der Aussetzung eine dauerhafte Einstellung der Strafzölle für den Lebensmittelaußenhandel, betonte Sabet. Sie drängt außerdem auf eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) für faire internationale Wettbewerbsbedingungen für den globalen Agrarhandel. 

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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