Lebensmittelüberwachung: Pandemie beeinflusst...
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Die Probenentnahme in Rheinland-Pfalz ist 2020 um fast ein Fünftel zurückgegangen.
Die Probenentnahme in Rheinland-Pfalz ist 2020 um fast ein Fünftel zurückgegangen.

MAINZ In Rheinland-Pfalz sind aufgrund der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr weniger Proben in der Lebensmittelüberwachung untersucht worden als in den Vorjahren

Wie das Mainzer Umweltministerium in der vergangenen Woche mitteilte, hat das Landesuntersuchungsamt (LUA) 2020 insgesamt 16.344 Proben ausgewertet; gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem Rückgang um 19 Prozent. Die Beanstandungsquote habe mit 11 Prozent unverändert auf dem Niveau des Vorjahrs gelegen. 
 
„2020 war kein Jahr wie jedes andere. Die Corona-Pandemie hat auch für die Arbeit der Lebensmittelüberwachung und der Tiergesundheitsüberwachung Einschränkungen und Belastungen gebracht“, erklärte Ressortchefin Anne Spiegel (Die Grünen). Die Herausforderungen seien mit großem Engagement gemeistert und der gesundheitliche Verbraucherschutz, die Tiergesundheit und der Tierschutz auf einem guten Niveau gehalten worden.

Die überwiegende Mehrheit der Verstöße betraf dem Ministerium zufolge eine falsche oder irreführende Kennzeichnung. Beanstandungen aufgrund potentiell gefährlicher Produkteigenschaften seien wie jedes Jahr äußerst selten gewesen; insgesamt seien im vergangenen Jahr lediglich 19 Proben als gesundheitsschädlich eingestuft worden.
Insbesondere im zweiten Quartal 2020 war das Probenaufkommen laut Ministerium deutlich abgesunken. Mit der ersten Welle der Corona-Pandemie seien nur noch systemrelevante Einzelhandelsgeschäfte geöffnet gewesen, so dass die reguläre Entnahme von Lebensmittelproben in den Geschäften vorübergehend reduziert worden sei.

Nach Angaben von LUA-Präsident Dr. Stefan Bent hat die Behörde auf die Situation reagiert und die Probenabrufe bei den Kreis- und Stadtverwaltungen modifiziert. Weil die Probenentnahme in den Supermärkten durch die strengen Hygieneregeln für die Kontrolleure schwierig gewesen wäre und viele Gastronomiebetriebe geschlossen gewesen seien, sei der Fokus verstärkt auf Hersteller, Großhandel und Importeure gelegt worden.

Mehr als 15.000 Betriebe kontrolliert

Die Kontrolleure des LUA haben 2020 laut Ministerium insgesamt 29.248 Kontrollbesuche in 15.792 Betrieben durchgeführt. Bei 2.431 Ortsterminen seien beispielsweise mangelnde Hygiene, bauliche Mängel oder Fehler bei der Kennzeichnung von Speisen beanstandet worden; das entspreche einer Quote von 15,4 Prozent. Insgesamt seien 5.794 Verstöße festgestellt worden; davon hätten 3.444 zu einem Bußgeld und 74 zu Strafanzeigen geführt. Die geringe Anzahl der Betriebskontrollen ist nach Angaben des Ministeriums überwiegend durch die pandemiebedingt eingeschränkte Kontrollmöglichkeit in der Gastronomie zu erklären.

Restriktionsgebiet bleibt erhalten

Ein „Problem“ bleibe derweil die Blauzungenkrankheit in Rheinland-Pfalz, so das Ministerium. Auf das Virus seien insgesamt 14.174 Proben aus 1.092 Beständen untersucht worden. Auch wenn die Seuche nur bei einem Tier aus dem Kreis Trier-Saarburg nachgewiesen worden sei, habe das im Vorjahr eingerichtete Restriktionsgebiet im ganzen Bundesland aufrechterhalten werden müssen. Die Ministerin appellierte ausdrücklich an alle Halter von Rindern, Schafen und Ziegen, ihre Bestände gegen die Blauzungenkrankheit impfen zu lassen. Das beuge einer Ausbreitung der Seuche vor und erlaube den Transport von Tieren aus den Restriktionsgebieten. Die Tierseuchenkasse (TSK) werde die Halter auch weiterhin finanziell bei der Impfung unterstützen.

Quelle: fleischwirtschaft.de; AgE
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