Nach Tierschutzverstößen: Keine handwerkliche...
Nach Tierschutzverstößen

Keine handwerkliche Praxis

IMAGO / Panthermedia
 Der Fleischerverband gibt Tipps, wie man mit Anfragen der Presse umgehen kann.
Der Fleischerverband gibt Tipps, wie man mit Anfragen der Presse umgehen kann.

MEERBUSCH Die in dieser Woche bekannt gewordenen Tierschutzverstöße bei Betrieben einer Fleischerei in Werne (Kreis Unna) verurteilt der Fleischerverband Nordrhein-Westfalen „aufs Schärfste“ – sofern sich die Geschehnisse im Rahmen der noch laufenden Ermittlungen als zutreffend erweisen. Die gezeigten Praktiken entsprächen nicht dem, wofür das Fleischerhandwerk steht.

Am vergangenen Dienstag berichtete das ARD-Magazin Fakt über schwere Verstöße gegen das Tierschutzgesetz in einer Viehsammelstelle, die zur Fleischerei Mecke in Werne gehört. Das TV-Format präsentierte Video-Aufnahmen, in denen unter anderem abgemagerte Kühe schwer geprügelt wurden. Die Fleischer in NRW sind geschockt. Das entspreche nicht dem, wofür das Fleischerhandwerk steht, unterstreicht der Fleischerverband.


Auch der Deutsche Vieh- und Fleischhandelsbund (DVFB) zeigt sich  entsetzt und schockiert und verurteilt die in den Aufnahmen gezeigten Handlungen in einer Pressemeldung ebenfalls auf das Schärfste. DVFB-Präsident Heinz Osterloh ergänzt: „Was hier den Tieren angetan wird, ist nicht erträglich und muss mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten verfolgt und abgeurteilt werden.“ Er begrüßt den Entschluss des zuständigen Landesverbands Nordrhein-Westfalen, das Unternehmen mit sofortiger Wirkung aus dem Verband auszuschließen.
Für den Fall, dass handwerkliche Fleischereien seitens der Kundschaft oder der Presse um eine Stellungnahme gebeten werden, hat der Fleischerverband NRW eine Handreichung mit Argumenten zusammengestellt:

  • Wir verurteilen die bekannt gewordenen Verstöße gegen das Tierschutzgesetz durch die zwei Mitarbeiter der Viehsammelstelle aufs Schärfste.
  • Es handelt sich wohl offenbar um illegale Machenschaften. Zum einen hätten die kranken Tiere gar nicht in die Sammelstelle transportiert werden dürfen. Das verstößt bereits gegen die gesetzlichen Vorschriften. Zum anderen wurden die Taten in der Sammelstelle von zwei Personen verübt, die beide unmittelbar nach Bekanntwerden der Verstöße seitens der Firma Mecke fristlos entlassen worden sind.
  • Kriminelle Verhaltensweisen einzelner Personen werden sich wohl leider nie ganz verhindern lassen. Das Fleischerhandwerk mit seinen gewachsenen regionalen Strukturen und den oftmals direkten persönlichen Beziehungen zu den Fleischerzeugern und Schlachtern bietet aber die besten Bedingungen für nachhaltiges Tierwohl in der Fleischerzeugung. Wir stehen zu unserer Verantwortung. Sie sollten Ihre Landwirte kennen, von denen Sie Tiere zur Schlachtung beziehen. Und diejenigen, die nicht schlachten, sollten auch genau hinschauen, von wo sie ihr Fleisch beziehen.
  • Bei Presseanfragen: Bitten Sie darum, dass Ihnen die Fragen schriftlich übermittelt werden. Von Interviews aus dem Stehgreif, ob per Telefon, im Geschäft oder auf anderen Wegen, raten wir ab.

Vor dem Hintergrund der Berichterstattung appelliert der Fleischerverband Nordrhein-Westfalen (LIV) nochmals an alle, „sich mit großer Aufmerksamkeit den Fragen des Tierschutzes, sowohl bei der Haltung, vor allem aber bei der Schlachtung, zu widmen“. Selbst geringe Verstöße oder auch nur der Anschein von respektlosem Umgang mit Tieren würden heute gesellschaftlich in keinster Weise mehr geduldet. Der LIV stellt abschließend klar: „Wird hier etwas aufgedeckt, und es ist dann uninteressant, ob dies mit noch so fragwürdigen Methoden geschieht, hat das fatale Konsequenzen, und zwar für alle in der Branche arbeitenden Betriebe.“

Quelle: fleischwirtschaft.de; Fleischerverband NRW

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