Notierung: Vion ändert die Bezahlung
IMAGO / Christine Roth
Durch den Wochenpreis sollen Schwankungen in der Anlieferung der Schweine geglättet werden.
Durch den Wochenpreis sollen Schwankungen in der Anlieferung der Schweine geglättet werden.

BUCHLOE Schweinemäster in Süddeutschland müssen sich auf einen neuen Abrechnungsrhythmus der niederländisch-deutschen Vion Food Group einstellen.

Von montags bis samstags erhalten die Lieferanten von Vion in Landshut, Vilshofen und Crailsheim ab Mai einen einheitlichen Kurs. Schwankungen im Angebot sollen so geglättet werden. Die Erzeugergemeinschaft Südbayern unterstützt das Preismodell.

Am Markt für Schlachtschweine wird gerne gepokert. Gebannt warten Mäster und Schlachter Woche für Woche auf die Preisempfehlung der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG), die immer am Mittwochnachmittag bekanntgegeben wird. Am Markt wird die VEZG-Notierung in der Regel akzeptiert und von donnerstags bis mittwochs bezahlt.

In unruhigen Zeiten beginnen beide Seiten schon am Montag zu spekulieren, wie sich der Markt wohl entwickeln wird. Fürchten die Mäster fallende Preisen, versuchen sie bis zum Mittwoch möglichst viele Tiere zu vermarkten. Hoffen sie auf steigende Preise, halten sie die Schweine zurück. „Spätestens, wenn sich Anfang der Woche der Preis für Schlachtschweine zum folgenden Donnerstag abzeichnet, wird gepokert“, so die Erfahrung von Willi Wittmann, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft Südbayern eG. Das Verhalten der Erzeuger sorgt mal für ein plötzlich steigendes, mal für ein schrumpfendes Angebot mit enormen „Verkehrsschwankungen“.

Wochenpreis in drei Schlachthöfen

Um diese Wellen zu glätten, ändert Vion in Bayern und Baden-Württemberg die Abrechnungsmodalitäten. Ab der kommenden Woche soll von montags bis samstags ein einheitlicher Preis bezahlt werden, , und zwar der vom Mittwoch der jeweiligen Woche. Dieses Verfahren wird Vion zunächst an seinen Schlachtbetrieben in Landshut, Vilshofen und Crailsheim anwenden, teilt das Unternehmen mit. Diese Entscheidung, wird „gerade in puncto Kontinuität und Planungssicherheit von uns Erzeugern ausdrücklich begrüßt”, erklärt Willi Wittmann und hofft: „Mit der Umstellung bekommen wir viel mehr Ruhe ins Geschehen, mit einem stabileren und gerechteren System, über das wir die durchschnittlichen Meldungen der Tages-Liefermengen an den Schlachtbetrieben wieder in eine gesunde Balance führen”.

Panikmeldungen vermeiden

In diesem Sinne seien „Panikmeldungen”, wie sie in der Vergangenheit die Regel waren, sobald sich fallende Preise abzeichneten, einfach zu kurz gedacht, bestätigt Stephan Kruse, der bei Vion verantwortlich für den Einkauf von Schlachtschweinen ist. Denn dieses Überangebot führte in der Vergangenheit häufig dazu, dass sich die von den Erzeugern befürchtete Entwicklung verstärkte. „Insoweit ist der Schritt von Vion, gemeinsam mit uns Erzeugern, Konstanz in die Preisfestsetzung zubringen”, auch für Willi Wittmann ein Gebot kaufmännischer Vernunft, für das er in der mit 10.000 Mitgliedsbetrieben größten Viehmarktungsorgsanisation des Freistaates geworben hat.

Die Erzeugergemeinschaft Südbayern wird für ihre Tiere in Zukunft jeweils bis dienstags die Liefermengen für die kommende Kalenderwoche melden und sich damit aus dem Preispoker verabschieden. Dies wird von der „großen Mehrheit unserer Landwirte sehr positiv“ gesehen, versichert Wittmann.

Quelle: fleischwirtschaft.de; Vion
stats