Rohstoff: Tierwohl im Fokus
Schulte Lastrup
Gehen live auf Sendung (von links): Stefan Zinnecker, Fabian Fräulin, Schulte-Geschäftsführerin Sarah Dhem, Landwirtin Gabriele Mörixmann und Sebastian Cramer.
Gehen live auf Sendung (von links): Stefan Zinnecker, Fabian Fräulin, Schulte-Geschäftsführerin Sarah Dhem, Landwirtin Gabriele Mörixmann und Sebastian Cramer.

LASTRUP Transparente und zugleich positive Konzepte in der Nutztierhaltung lenken die Meinung der Gesellschaft in eine positive Richtung und stellen das damit verbundene Vertrauen wieder her.

Deshalb können seit Ende April Kunden der Edeka-Cramer-Märkte rund um Hannover beim Einkauf direkt in den Stall von „glücksatt“-Schweinen schauen. Tierwohl.tv zeigt deren Haltungsbedingungen im „Aktivstall für Schweine“.

Das Prinzip hinter tierwohl.tv

Damit unterstützt tierwohl.tv Händler und Landwirte, ihr Engagement für mehr Tierwohl glaubhaft an die Verbraucher zu kommunizieren. Eine Plattform ermöglicht die Übertragung via Livestream von den Höfen auf die Bildschirme im Laden. Die Live-Bilder sind authentisch und erhöhen aufgrund der hohen Transparenz das Konsumentenvertrauen sowie die Bereitschaft, mehr Geld für Produkte aus verantwortungsbewusster, regionaler Tierhaltungen zu zahlen.

So funktioniert’s

Per Stallkamera wird das aktuelle Geschehen per Livestream direkt auf einen Bildschirm übertragen. In einer Playlist können auch Streams aus mehreren Ställen gezeigt werden. Das Besondere: Jeder Händler kann den Stream in seinem individuellen Design zeigen und um eigene Angebote ergänzen.

Die Idee hinter der Marke „glücksatt“ ist es, den Partnern innerhalb der Wertschöpfungskette ein Gesicht zu geben. Damit soll nicht nur das Fleischerhandwerk gestärkt, sondern auch für einen sorgfältigen Umgang mit dem lebenswichtigen Rohstoff gesorgt werden. Das Vertrauen der Verbraucher in Fleisch und Fleischwaren muss zurückgewonnen werden. Und das gelingt nur mit einer völlig transparenten Arbeit – von der Tierhaltung über die Schlachtung bis hin zur Verarbeitung und Vermarktung – mit zuverlässigen Kooperationspartnern aus der Region. Dabei möchten die Initiatoren auch einen fairen Preis für die Produkte erzielen. Denn hinter dem Programm liegt ein Konzept, das den Kriterien für die Haltungsform 4 (Premium) entspricht.

Die Tiere von „glücksatt“ wachsen in einem „Aktivstall für Schweine“ auf. Dieses Konzept wurde 2012 von Gabriele Mörixmann aus Melle ins Leben gerufen und entspricht einer alternativen Haltungsform zwischen konventioneller und Biohaltung. Dabei werden die Vorteile der Haltungsformen miteinander verknüpft, unter anderem doppelt so viel Platz wie gesetzlich vorgeschrieben, uneingeschränkter Zugang zu den verschiedenen Stallbereichen (Spiel- und Fressbereich, Ruhebereich, Wühlbereich) auf Stroh- und Spaltenboden, frei zugängliche Außenterrasse (Frischluft) und Verzicht auf das Kupieren der Ringelschwänze. Mittlerweile halten bereits vier Landwirte ihre Tiere mit diesem Konzept und beliefern „glücksatt“.

Traditionelles Handwerk

Die Schlachtung erfolgt bei Brand Qualitätsfleisch in Lohne. Paul Brand und sein Sohn Niko praktizieren eine tierschutzgerechte Schlachtung, die möglichst schonend und stressfrei abläuft. Verarbeitet werden die Schweine im Familienbetrieb Schulte-Lastruper Wurstwaren. Hier steht das traditionelle Fleischerhandwerk in Form von Handarbeit in Verbindung mit modernen Produktionsverfahren im Vordergrund.
Die Rohstoffe werden ohne Geschmacksverstärker und künstliche Farbstoffe zu qualitativ hochwertigen Produkten verarbeitet. Dabei hat die nachhaltige Verarbeitung des gesamten Tiers oberste Priorität. Diese erfolgt im Traditionsunternehmen, in mittlerweile dritter Generation von Sarah Dhem (Fleischermeisterin), Ehemann Mirko Dhem (Koch) und Seniorchef Werner Schulte (Fleischermeister) geführt, ausschließlich von festangestellten Mitarbeitern.

Weblinks:

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 17/2021
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