Schutzverband: Viele Bälle in der Luft
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Viele Bälle in der Luft

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Die neue Kampagne mit der Botschaft „Öffne deine Sinne“ fordert die Kunden auf, einen neuen Blick auf die traditionelle Schinkenspezialität zu werfen.
Die neue Kampagne mit der Botschaft „Öffne deine Sinne“ fordert die Kunden auf, einen neuen Blick auf die traditionelle Schinkenspezialität zu werfen.

FRANKFURT Trotz fordernder Zeiten fühlen sich die Schwarzwälder Schinkenhersteller gut gewappnet.

Die Hersteller des Schwarzwälder Schinkens sind durchweg gut durch die Krise gekommen. Der Absatz der beliebten Rohschinkenspezialität hat im vergangenen Jahr erneut zugelegt: etwa um zwei Prozent. Die dem Schutzverband angeschlossenen 13 Betriebe und drei Innungen verkauften im Jahr 2020 knapp 9,6 Mio. Schinken und erwirtschafteten einen Umsatz von 450 Mio. Euro.

In den angesichts von Rohstoffknappheit, volatilen Erzeugerpreisen und Verwerfungen an den globalen Märkten fordernden Zeiten sieht sich der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller gut gewappnet, wie der Vorstand bei einem Pressegespräch in Frankfurt versicherte. „Im Moment halten wir sehr viele Bälle in der Luft“, veranschaulichte Finanzvorstand Andreas Göhring die Vielfalt der Themen, mit denen sich die Produzenten derzeit auseinandersetzen müssen. Denn zur Rohstoffproblematik kommen noch die steigenden Kosten für Energie, wachsende Umweltanforderungen an die Verpackung sowie ans Tierwohl in der Schweinehaltung.
„Wir sind nicht Tesla.“
Hans Schnekenburger sind moderate, aber nachhaltige
Wachstumsraten lieber.

Die Energie sei nach Rohstoffen und Personalkosten der drittgrößte Kostenblock der Unternehmen. „Da sind wir sehr motiviert, was zu tun“, unterstrich Göhring. Dank Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten die Unternehmen aber in der Regel ihre Grundlast schon selbst, wie der Geschäftsbereichsleiter von der Edeka-Tochter Schwarzwaldhof erläuterte. In Sachen Verpackung gehe man weg von Hartschalen hin zu dünneren Folien möglichst aus Monomaterialien, um die Recyclingquote zu erhöhen. „Es ist wichtig, dass unsere Betriebe gesund und investitionsfreudig sind, um immer auf dem neuesten Stand zu sein.“

Ihren gesellschaftlichen Auftrag erfüllen die im Schutzverband organisierten Hersteller auch in Sachen Tierwohl. Schätzungsweise ab Dezember bis Februar kommt Schwarzwälder Schinken im Handel nur noch von Fleisch ab Haltungsstufe 2 der ITW. Diese Initiative des Handels sei auch sehr zu begrüßen, allerdings sieht Andreas Göhring bei der Initiative Tierwohl einen klaren „Webfehler“, da nicht alle Handelsketten im Boot seien. ITW-gelabelte Ware dürfe aber nur über die angeschlossenen Händler vermarktet werden. „Die Folge: Betriebe müssen Schwarzwälder Schinken unterschiedlichster Qualitätslabels anbieten. Das ist im Sinn der Machbarkeit kaum umzusetzen.“ Der Verband fordert daher eine europäische Lösung, in der Haltungsform und Tierwohl klar definiert werden.
Der Schwarzwälder Schinken ist laut GfK der beliebteste Rohschinken Deutschlands und der meistgekaufte Rohschinken in Europa. Damit das so bleibt, hat der Verband eine neue Kampagne in den sozialen Medien angeschoben: Unter dem Motto „Öffne Deine Sinne“ lädt sie dazu ein, den Schwarzwälder Schinken mit allen Sinnen zu genießen. Marie-Luise Adler als Vorstand Marketing ist es hier besonders wichtig, den Schwarzwälder Schinken als modernes Produkt zu positionieren.

Vom Podium der Presserunde verabschiedete sich der Vorstandsvorsitzende Hans Schnekenburger aus dem Gremium: Bei den anstehenden Wahlen wird er nach 32 Jahren aktiver Vorstandsarbeit nicht erneut kandidieren, er möchte „Platz machen für Jüngere.

Quelle: fleischwirtschaft.de

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