Studie: Höhere Fleischpreise fürs Klima
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Die Bereitschaft der Bundesbürger, für klimafreundliche Produkte mehr zu bezahlen, ist in den einzelnen Produktkategorien sehr unterschiedlich ausgeprägt.
Die Bereitschaft der Bundesbürger, für klimafreundliche Produkte mehr zu bezahlen, ist in den einzelnen Produktkategorien sehr unterschiedlich ausgeprägt.

ALLENSBACH Klimaschutzforderungen und Konsumverhalten der Bevölkerung sind laut Instituts für Demoskopie Allensbach ambivalent.

Die Bereitschaft der Bundesbürger, für klimafreundliche Produkte mehr zu bezahlen, ist in den einzelnen Produktkategorien sehr unterschiedlich ausgeprägt. Dies zeigen die Ergebnisse einer repräsentativen Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD), die im Auftrag des Gemeinschaftsausschusses der Deutschen Gewerblichen Wirtschaft durchgeführt und am 25. August in Berlin vorgestellt wurden.

Am größten ist die Zahlungsbereitschaft für klimafreundliche Produkte der Studie zufolge im Lebensmittelbereich. Hier wären 34 Prozent der Befragten bereit, für Fleisch und Wurst deutlich mehr zu zahlen, wenn die Preise aus Klimaschutzgründen steigen würden; 33 Prozent würden für exotische Früchte deutlich tiefer in die Tasche greifen, 28 Prozent für Milchprodukte. Diese Bereitschaft sinkt jedoch rapide, wenn es um Einschränkungen beziehungsweise höhere Preise für Strom oder Heizmittel geht; hier gab es nur Nennungen von jeweils sechs Prozent.

Gar keine höheren finanziellen Belastungen durch den Klimaschutz darf es für rund die Hälfte der Befragten geben. Bei der Frage, auf welche Branchen es beim Klimaschutz ankommt, landete die Landwirtschaft mit 62 Prozent auf dem vierten Platz, hinter Verkehr, Transport, der Autoindustrie sowie der Strom- und Energieerzeugung. Wie aus der Untersuchung weiter hervorgeht, ist der Kampf gegen den Klimawandel für die Deutschen derzeit die größte globale Herausforderung.

Allerdings nimmt die Bevölkerung im Hinblick auf entsprechende Maßnahmen vielfach abwägende Positionen ein. Zwar ist fast die Hälfte der Bürger davon überzeugt, dass man den Klimawandel unbedingt schnell mit umfassenden Maßnahmen bekämpfen muss. Zugleich fordert aber eine Mehrheit von 54 Prozent, dass dies nicht zu Lasten der Beschäftigung in Deutschland gehen darf. Zudem stellt sich laut Studie rund ein Drittel der Bevölkerung auf den Standpunkt, dass man beim Thema Klimawandel nichts überstürzen sollte, sondern sich Zeit lassen sollte, um genau zu prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind und welche nicht.

Darüber hinaus plädiert rund ein Drittel der Bevölkerung dafür, dass Deutschland erst dann umfassende Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen sollte, wenn andere Länder das auch tun. Zudem haben 17 Prozent den Eindruck, dass beim Thema Klimawandel viel übertrieben wird und dass es so dramatisch nicht ist; weitere 13 Prozent glauben nicht an einen von Menschen verursachten Klimawandel.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 35/2021; AgE

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