Tarifverhandlungen: Abschluss unter Vorbehalt
Tarifverhandlungen

Abschluss unter Vorbehalt

Tönnies
Der Tarifvertrag soll für alle Beschäftigten der Fleischbranche gelten und deshalb vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Der Tarifvertrag soll für alle Beschäftigten der Fleischbranche gelten und deshalb vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales für allgemeinverbindlich erklärt werden.

HAMBURG Die Delegationen von Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden haben sich auf die Einführung eines Mindestlohns für die Fleischbranche geeinigt. Die Gremien der Arbeitgeber müssen dem Abschluss noch zustimmen.

An Ende ging es schnell: In der gestrigen vierten Runde der Tarifverhandlungen für die Fleischbranche erzielten die Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern bis zum frühen Abend einen Durchbruch. Kernstück des ersten flächendeckenden Tarifvertrags für die Fleischbranche ist ein neuer Mindestlohn für Beschäftigte in Schlachthöfen und Unternehmen der Fleischverarbeitung. Über dessen Höhe soll die Öffentlichkeit erst informiert werden, wenn beide Vertragspartner dem Abschluss offiziell zugestimmt haben, teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) am Abend mit.

Gewerkschaft stimmt sofort zu

„Die Mitglieder der NGG-Tarifkommission haben dem Verhandlungsergebnis bereits einstimmig zugestimmt“, so die Gewerkschaft weiter. Die Tarifkommission der Arbeitgeber muss dem von ihren Vertretern ausgehandelten Ergebnis bis spätestens zum kommenden Dienstag, 1. Juni, um 13:00 Uhr endgültig zustimmen. Beide Parteien haben vereinbart, die Details des neuen Tarifvertrages erst nach der offiziellen Annahme durch die Arbeitgeber zu veröffentlichen.

Allgemeinverbindlichkeit wird beantragt

Unmittelbar nach der Vertragsunterzeichnung werden die Tarifparteien beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Allgemeinverbindlichkeit des neuen Tarifvertrags beantragen. Dies bedeutet, dass der neue Mindestlohn von allen Unternehmen der Branche bezahlt werden muss, auch wenn sie keinem Arbeitgeberverband angehören. Der Tarifvertrag gilt für rund 160.000 Beschäftigte in der Fleischbranche und dürfte vor allem für die Arbeiter, die derzeit den gesetzlichen Mindestlohn ausgezahlt bekommen, Verbesserungen bringen.
 

Nachdem die Verhandlungen am Donnerstag um 11:00 Uhr begonnen hatten, konnte bereits gegen 18:00 Uhr ein Ergebnis erzielt werden. Vorbereitet wurde die vierte Verhandlungsrunde von einem Sondierungsgespräch, bei dem sich beide Seiten offenbar deutlich angenähert hatten. In dem Tarifkonflikt war vor allem die Laufzeit des Vertrags und das Tempo der Lohnerhöhung umstritten. Während die Gewerkschaft eine schnelle und deutliche Verbesserung der Bezahlung anstrebte, hatten die Arbeitgeber ein Mehrstufenkonzept vorgelegt, dass auf mehr als zwei Jahre verteilte Schritte für einen höheren Branchenmindestlohn enthielt.

Quelle: fleischwirtschaft.de; NGG
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