Tierhaltung: Verbraucher mögen die Weide
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Weidehaltung auf Hofgut Rehbachtal im hessischen Lahn-Dill-Kreis.
Weidehaltung auf Hofgut Rehbachtal im hessischen Lahn-Dill-Kreis.

GÖTTINGEN Weiderindfleisch von Zweinutzungsrindern ist ein Produkt mit vielversprechendem Potenzial zur Marktdifferenzierung. Bisher ist allerdings wenig darüber bekannt, ob Konsumenten das Produkt kaufen würden und bereit wären, mehr dafür zu zahlen.

Ein Forschungsteam der Georg-August-Universität Göttingen hat in einer Studie Präferenzen und Zahlungsbereitschaft beim Rindfleischkauf untersucht. Wichtige Kriterien sind die Weidehaltung der Rinder und der Einsatz von Zweinutzungsrassen. Zu diesem Ergebnis kommt die Umfrage unter rund 500 Verbrauchern aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Wissenschaftler untersuchten dabei die Kriterien Produktionsweise, Produktionsort, Haltungsform, Rasse und Preis.

Wie die Universität in der vergangenen Woche außerdem berichtete, wird das Fleisch von reinen Fleischrassen eher abgelehnt. Die Produktion nach biologischen Standards und der Preis spielten laut der Erhebung eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung habe, ob das Fleisch im jeweiligen Bundesland der Testpersonen oder überhaupt in Deutschland erzeugt worden sei. Laut der Universität lässt die Umfrage darauf schließen, dass in der Vermarktung von Weiderindfleisch von Zweinutzungsrindern ein beachtliches Marketingpotenzial steckt. „Für unsere Landwirte bedeuten unsere Ergebnisse, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durchaus bereit sind, die mit der Produktion verbundenen Mehrkosten auch zu tragen“, erklärte Erstautorin Maureen Schulze. Die qualitativ hochwertigen Produkteigenschaften müssten aber verständlich beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt kommuniziert werden.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 16/2021
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