Tierschutz: Kein Problem in Landshut
Tierschutz

Kein Problem in Landshut

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Der Vion-Schlachthof in Landshut.
Der Vion-Schlachthof in Landshut.

LANDSHUT Den Anschuldigungen der Soko Tierschutz und des ARD-Magazins „Report Mainz“ wegen angeblicher tierschutzrechtlicher Verstöße am Schlachthof in Landshut tritt Vion vehement entgegen: Auf dem Video sei kein Fehlverhalten erkennbar.

Die Tierschützer und das Fernsehmagazin hatten in einem TV-Bericht an beiden Schlachtstätten in Bayern Probleme bei der CO2-Betäubung bemängelt. Während es in Kulmbach offenbar tatsächlich zu tierschutzrechtlichen Verfehlungen seitens der Mitarbeiter gekommen war, sieht das Betreiberunternehmen Vion in Landshut keine Tierschutz-Verstöße gegeben: Zu sehen sei lediglich, wie betäubte Schweine aus der Betäubungsanlage ausgebracht werden sowie im Folgenden der Bereich der Entblutung der Tiere. Dort seien mehrere Schweine von einem Mitarbeiter mittels eines Bolzenschussapparates geschossen worden. Entgegen der Aussage von Report Mainz seien die Tiere zu diesem Zeitpunkt bereits bewusst- und wahrnehmungslos gewesen. Dennoch habe ein Mitarbeiter bei drei bis vier Tieren vorsorglich einen sogenannten Sicherheitsschuss durchgeführt, auf den man jedoch hätte verzichten können.
Das sieht auch die Stadt Landshut so. Gegenüber der „Landshuter Zeitung“ betonte die Leiterin des Fleischhygieneamts, „es gebe keinen Hinweis darauf, dass die Betäubung mangelhaft war und die Schweine erwachen würden“. Bei der Betäubung und Entblutung sei im Schlachthof permanent ein Kontrolleur im Dienst, der den Stech- und Betäubungserfolg überwache.

Zur CO2-Betäubung als solches kommentierte die Amtsleiterin, dies sei „ein gesetzlich zugelassenes Betäubungsverfahren“. Das unterstreicht auch Vion. Im Vergleich zur Elektrobetäubung liege der Vorteil der Kohlendioxidbetäubung im Bereich des Zutriebs der Schweine in der Gruppe. Die Schweine müssten nicht vereinzelt werden, und so erfolge auch die Betäubung der Schweine in der Anlage innerhalb der Gruppe. Die tiefe und lang anhaltende Betäubungswirkung der Kohlendioxidmethode stellt dem Unternehmen zufolge sicher, dass die Tiere während der Entblutung bis zum Eintritt des Todes nicht wieder erwachen.

Bei der Elektrobetäubung hingegen sei es erforderlich die Schweine zu vereinzeln, wozu in einigen Fällen der Einsatz eines Elektrotreibers erforderlich sei, da Schweine gerne im Herdenverbund bleiben. Diese Vereinzelung produziere folglich Stress.

Gleichzeitig berichtet Vion gegenüber fleischwirtschaft.de, dass sich das Unternehmen an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt beteilige. Dessen Ziel sei es, die sogenannte Einleitungsphase der CO2-Betäubung weniger aversiv wirken zu lassen. Im Rahmen eines Verbundprojekts untersuchen das Friedrich-Loeffler-Institut und die Universität Göttingen den Einsatz alternativer Gasmischungen zur Verbesserung der Kohlendioxidbetäubung bei Schlachtschweinen. Vion sei mit einem Schlachtbetrieb an den praktischen Untersuchungen beteiligt. Mit ersten Untersuchungsergebnissen sei bereits im Lauf dieses Jahres zu rechnen.

Quelle: fleischwirtschaft.de; Vion
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