Volkswagen: Veggie verdrängt Currywurst
Volkswagen

Veggie verdrängt Currywurst

imago / Stefan Zeitz
Die Currywurst aus der eigenen Fleischerei ist bei Volkwagen ebenso ein Originalteil wie die Fahrzeuge.
Die Currywurst aus der eigenen Fleischerei ist bei Volkwagen ebenso ein Originalteil wie die Fahrzeuge.

WOLFSBURG Die VW-Currywurst ist so legendär wie beliebt: Vom Angebotsplan des Mitarbeiterrestaurants im Wolfsburger Markenhochhaus soll der Klassiker aber nach den Werksferien verschwinden. Das Motto lautet fleischfrei, wie aus einer internen Ankündigung hervorgeht.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Konzerns: „In unserem Markenhochhaus wird das Betriebsrestaurant vegetarisch und vegan, weil viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich das gewünscht haben. Guter Schritt!“ Und weiter: „Dieses Thema ist mir persönlich wirklich ein Anliegen: Das Essen in unseren VW-Kantinen. Es wird immer besser und gesünder!“ Viele Mitarbeiter wünschten sich vegetarische und vegane Alternativen, heißt es zur Begründung in dem Info-Schreiben. Die Neuausrichtung diene aber auch dem Thema Nachhaltigkeit, weil weniger Fleischverzehr pro Woche der Umwelt helfe. Nur hin und wieder werde Fisch zum Angebot gehören.


Am Standort in Hannover setze die zuständige Service Factory das Konzept bereits erfolgreich um. Die rund 150 Rezepte sollen ohne Fleisch auskommen. So stellte Nils Potthast, Chef der Gastronomie, in einem Interview mit dem fleischwirtschaft.de-Schwesterblatt „gv-praxis“ fest: „In einem produktionsnahen Restaurant wurden kürzlich fast 50 Prozent der Essen vegan nachgefragt – das war ein Kürbisragout mit Süßkartoffeln, als Curry gemacht. Wer hätte das gedacht?“

Noch wird niemand auf den absoluten Bestseller – 2019 produzierte die eigene Fleischerei rund sieben Millionen Currywürste – verzichten müssen. In anderen Kantinen am Standort wird es sie weiterhin geben. Potthast in einem früheren Interview: „Grundsätzlich gibt es keine Ideenschranke. Wir sind völlig frei im Denken.“ Und weiter: „Wir können uns nicht mehr auf dem hohen Stammgäste-Anteil ausruhen und dürfen uns auch nicht auf die Vergangenheit berufen. Stattdessen müssen wir uns die Mühe machen, den Kunden zuzuhören und auf die Wünsche eingehen. Für mich gilt: Der Gast ist nicht Kollege, sondern in erster Linie ein Kunde. Wir müssen lernen, mutiger zu sein. Auch mal nein sagen und Mut haben, Neues zu machen.“
#Dieser Beitrag erschien zuerst auf der fleischwirtschaft.de-Schwesterplattform www.food-service.de.

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