Zentrag-Gruppe: Gute Krisenarbeit im Verbund
Zentrag
Gruppentagung als Videokonferenz: Zentrag-Vorstandssprecher Anton Wahl (2.v.r.), Prokuristin Sabine Steidinger (rechts) sowie die Leiter der Fachabteilungen sendeten diesmal live aus dem Frankfurter „Zentrag-Studio“.
Gruppentagung als Videokonferenz: Zentrag-Vorstandssprecher Anton Wahl (2.v.r.), Prokuristin Sabine Steidinger (rechts) sowie die Leiter der Fachabteilungen sendeten diesmal live aus dem Frankfurter „Zentrag-Studio“.

FRANKFURT Zentralgenossenschaft zieht Bilanz für das Coronajahr 2020: solide Basis und erfolgreiche Krisenpolitik.

Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Die „Nationale Gruppentagung“, die die Zentrag eG (Zentralgenossenschaft des europäischen Fleischergewerbes) traditionell Ende Februar/Anfang März veranstaltet, fand zum ersten Mal im digitalen Format statt. Das Motto: „Chancen aus der Krise“. 

Zentrag-Vorstandssprecher Anton Wahl zeichnete ein durchwachsenes Bild im Rückblick auf das vergangene Corona-Jahr: „Natürlich gab es auch in unserem Geschäftsbereich deutliche Bremsspuren, gerade in den Mitglieder- und Unternehmenskategorien, die eng mit den Gastronomie/Hotellerie- und GV-Bereichen verknüpft sind.“ Hier drohe zudem, dass ganze Geschäftsmodelle vor dem Aus stehen. „Bisher sind wird allerdings gut durch die Krise gekommen“, stellte Wahl zugleich klar. Die Gründe: weitsichtiges Wirtschaften schon vor Corona, eine solide Substanz und eine noch weiter optimierte Funktionalität des Verbunds.

„Grundsätzlich können wir ein solides Gesamtbild mit einer guten Ertragslage bestätigen, das allerdings auch von einer deutlichen Spreizung geprägt ist.“ Hauptgeschäftsführer Martin Fuchs vom Deutschen Fleischer-Verband (DFV) kam zu einer gleichlautenden Beurteilung der wirtschaftlichen Lage. Insgesamt kam das Fleischerhandwerk 2020 auf einen Gesamtumsatz von 17,8 Mrd. Euro (+2,9 Prozent). Die Anzahl der Fachgeschäfte sank um 480 auf 11.191, die Beschäftigtenzahl blieb mit 133.400 in etwa auf dem Niveau des Vorjahrs.

Vorstandsprecher Wahl skizzierte die Kernzahlen des Geschäftsjahres 2020: Die Außenumsätze der Mitglieder sanken von 870,1 Mio. Euro (2019) auf 823,7 Mio. Euro (–5,3 Prozent). Die Zentrag-Umsätze verzeichneten ein Minus von 4,4 Prozent auf 273,1 Mio. Euro.

Wesentlich, so Wahl, ginge es aber – gerade aufgrund der Erkenntnisse aus dem letzten Corona-Jahr – auch um eine programmatische Zukunftsperspektive des Verbunds: „Corona war und ist auch ein Beschleuniger von Megatrends, die etwa die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit/Bio-Produkte, Regionalität und Arbeitswelt betreffen. Massive Veränderungen, die wir für uns positiv gestalten müssen.“ Gerade die Trends Regionalität, Tierwohl und hohe Fleischqualitäten brächten Pluspunkte für die Branche. Wahl: „Zudem müssen wir über Ergänzungen und Alternativen bei unseren Sortimenten nachdenken – etwa in Angeboten als Dreiklang aus Fleisch, veganem Fleischersatz und Zuchtfleisch.“ Bedeutsam sei zudem eine optimierte Attraktivität in der Arbeitsplatzgestaltung, Mitarbeiter-Akquise und Nachwuchsförderung. 

Schwerpunkte des Zentrag-Aktionsplans 2021 für die Fachabteilungen liegen im Ausbau des Gilde-Markenportfolios und des fd-Sortiments im Preiseinstiegssegment, vor allem unter Nachhaltigkeitsaspekten.

Quelle: afz - allgemeine fleischer zeitung 12/2021
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