Zukunft Stadt: „Das Schlimmste liegt hinter u...
Zukunft Stadt

„Das Schlimmste liegt hinter uns“

dfv Mediengruppe
Initiative Zukunft Stadt.
Initiative Zukunft Stadt.

FRANKFURT Auf der Digital Conference „Zukunft Stadt“ gab Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Öffnungsperspektive für den Handel. Metzger Dirk Freyberger berichtete vom "Herzstück Handwerk." 

„Das Schlimmste liegt hinter uns. Viele Regionen werden schon bald die Inzidenz-Werte erreichen, die Öffnungen möglich machen. Ende Mai bis Mitte Juni wird das so weit sein“, sagte Altmaier auf der Digital Conference „Zukunft Stadt“, die die dfv Mediengruppe Ende April veranstaltet hat. Wichtig sei es jetzt, die Attraktivität der Innenstädte zu steigern. Die Ladentheke müsse ins Internet verlängert werden. Wo kluge Konzepte erarbeitet werden, sei der Staat bereit, diese mitzufinanzieren.


CDU-Politiker Altmaier verteidigte die Hilfen, bei denen immer wieder nachgebessert worden sei. Weitere Hilfen oder Änderungen sieht er vor der Bundestagswahl nicht mehr. Der Minister zeigte sich bezüglich einer potenziellen Klagewelle entspannt. Er sei selbst Jurist und sehe keine großen Lücken; findige Anwälte, die klagen, wenn sie jemand beauftrage, gebe es aber freilich immer.

Gemischte Gefühle bei Dirk Freyberger

Dirk Freyberger, geschäftsführender Gesellschafter der Metzgerei Freyberger in Nürnberg, blickte unterdessen auf der Konferenz mit gemischten Gefühlen auf „ein Jahr Corona“ zurück. „Die Fleischtheke hat gut zugelegt, da haben wir enorme Zuwächse, weil nun viele Leute zu Hause kochen“, berichtete der Fleischsommelier im Gespräch über das „Herzstück Handwerk – wie ein Traditions-Metzger die Stadt belebt“ mit afz-Chefredakteur Jörg Schiffeler. „Da aber die Gastronomie und Kantinen geschlossen sind und auch der Außer-Haus-Verzehr wegfällt, sieht es dort nicht so gut aus. Und wir machen viel Catering für Messen und Tagungen, da ist gar nichts im Moment, die Umsatzeinbrüche liegen bei 90 Prozent.“

Metzgermeister Dirk Freyberger im Gespräch mit afz-Chefredakteur Jörg Schiffeler.
Screenshot fleischwirtschaft.de
Metzgermeister Dirk Freyberger im Gespräch mit afz-Chefredakteur Jörg Schiffeler.
Bei dem Konzept Essen auf Rädern konnten er und sein Bruder hingegen zwei neue Touren aufmachen. „Die Situation ist schwieriger geworden, aber nicht besser oder schlechter“, fasste Freyberger die aktuelle Lage zusammen. Dass es in der Nürnberger Altstadt aktuell keine Handwerksmetzgerei gibt, führt er auch auf die hohen Mieten zurück. „Und wenn man als kleineres Unternehmen in ein Shoppingcenter geht, frisst die bei Erfolg steigende Umsatzbeteiligung den Gewinn auf, dann rackert man sich ab, ohne viel davon zu haben“, sagte der Metzger.
„In Centern rackert man sich ab, ohne viel davon zu haben.“
Dirk Freyberger
Für Freyberger käme nur Eigentum in Frage, wenn es ihn denn doch mal in die Innenstadt ziehen sollte. „Denn sonst renoviert man, steckt viel Geld in den Ladenbau und baut sich seinen guten Ruf auf, und dann werden einem nach zehn Jahren die Räumlichkeiten gekündigt“, argumentierte er.

Den vermeintlichen Standortnachteil von Metzgereien oder Läden in Randbezirken lässt der Metzgermeister als Argument nicht gelten. „Wir sind am A... der Welt, aber die Kunden, die zu uns hingefahren kommen, kommen immer wieder“, so Freyberger. „Man kann als Handwerksmetzger kostengünstig Marketing über die Sozialen Medien machen und die Kunden über Youtube, Facebook oder Instagram auf sich aufmerksam machen. Da ist der Standort dann egal.“

Initative Zukunft Stadt

Die neue Medieninitative „Zukunft Stadt – Wir machen die City stark“ der dfv Mediengruppe zahlt auf die innerstädtischen Handelsstandorte, ihr Umfeld sowie benachbarte Branchen des Handels und damit die Städte insgesamt ein. Den Auftakt dazu machte die Digital Conference „Zukunft Stadt“, die am 28. und 29. April 2021 Entscheider aus dem Handel, aus Gastronomie, Hotellerie, Touristik, der Immobilien-Branche und der Politik zusammenbringt. Die Zusammenkunft soll neue Perspektiven für eine nachhaltige Stadtentwicklung aufzeigen.

Quelle: fleischwirtschaft.de
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